Kündigungsfrist midijob berechnen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Eine falsche Frist kann dazu führen, dass dein Arbeitsverhältnis länger läuft als geplant. Nutze zuerst den Rechner, um dein mögliches Vertragsende oder den spätesten Kündigungszugang zu bestimmen. Danach erfährst du, welche gesetzlichen Regeln für deinen Midijob gelten.
- Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob berechnen
- So benutzen Sie den Midijob-Kündigungsfrist-Rechner
- Wie lange ist die Kündigungsfrist bei einem Midijob?
- Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob nach § 622 BGB
- Midijob Kündigungsfrist für Arbeitnehmer
- Kündigungsfrist im Midijob für Arbeitgeber
- Welche Kündigungsfrist gilt im Midijob während der Probezeit?
- Kann im Midijob eine andere Kündigungsfrist vereinbart werden?
- Gilt für einen 500-Euro-Job dieselbe Kündigungsfrist wie für einen Midijob?
- Was gilt bei einem befristeten Midijob?
- Häufige Fragen unserer Leser
- Rechtlicher Hinweis
Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob berechnen
Für einen Midijob gibt es grundsätzlich keine eigene gesetzliche Kündigungsfrist. Berechnen Sie nach § 622 BGB das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Zugang Ihrer Kündigung.
So benutzen Sie den Midijob-Kündigungsfrist-Rechner
Mit dem Rechner kannst du entweder das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Zugang deiner Kündigung berechnen. So erkennst du schnell, welche Kündigungsfrist bei deinem Midijob gilt und welcher Kündigungstermin für deine Angaben relevant ist.
- Berechnungsart auswählen: Entscheide, ob du das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Kündigungszugang berechnen möchtest.
- Kündigende Partei angeben: Wähle Arbeitnehmer/in oder Arbeitgeber/in. Die gesetzliche Kündigungsfrist kann davon abhängen, wer das Arbeitsverhältnis beendet.
- Beginn des Arbeitsverhältnisses eintragen: Gib das Startdatum deines Midijobs an. Besonders bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber ist die Betriebszugehörigkeit für die Berechnung wichtig.
- Zugangs- oder Enddatum auswählen: Trage je nach gewählter Berechnung ein, wann die Kündigung zugeht oder zu welchem Datum dein Arbeitsverhältnis enden soll.
- Probezeit prüfen: Gib an, ob eine Probezeit vereinbart wurde und wann sie endet. Während einer laufenden Probezeit kann eine kürzere Frist gelten.
- Befristung angeben: Ist dein Midijob befristet, musst du prüfen, ob eine ordentliche Kündigung laut Arbeits- oder Tarifvertrag überhaupt möglich ist.
- Ergebnis berechnen: Der Rechner zeigt dir die Kündigungsfrist, den maßgeblichen Kündigungstermin und das konkrete Vertragsende beziehungsweise den spätesten Zugang der Kündigung.
Wie lange ist die Kündigungsfrist bei einem Midijob?
Ein Midijob hat keine eigene gesetzliche Kündigungsfrist. Für Arbeitnehmer gilt nach § 622 Abs. 1 BGB grundsätzlich eine Frist von vier Wochen beziehungsweise 28 Tagen zum 15. oder zum Monatsende, sofern keine andere wirksame Regelung greift.
Kündigt der Arbeitgeber, kann sich die gesetzliche Kündigungsfrist bei einem Midijob mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern. Maßgeblich sind dann die Staffelungen des § 622 BGB sowie mögliche Regelungen im Arbeits- oder Tarifvertrag.
Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob nach § 622 BGB
Für die gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie bei anderen Arbeitsverhältnissen. Entscheidend ist vor allem, wer kündigt und wie lange das Beschäftigungsverhältnis bereits besteht. Bei Arbeitgeberkündigungen verlängert sich die Frist mit zunehmender Betriebszugehörigkeit.
| Situation | Gesetzliche Kündigungsfrist | Kündigungstermin |
|---|---|---|
| Arbeitnehmer/in außerhalb der Probezeit | 4 Wochen | zum 15. oder Monatsende |
| Arbeitgeber/in unter 2 Jahren Betriebszugehörigkeit | 4 Wochen | zum 15. oder Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 2 Jahren | 1 Monat | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 5 Jahren | 2 Monate | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 8 Jahren | 3 Monate | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 10 Jahren | 4 Monate | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 12 Jahren | 5 Monate | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 15 Jahren | 6 Monate | zum Monatsende |
| Arbeitgeber/in ab 20 Jahren | 7 Monate | zum Monatsende |
Midijob Kündigungsfrist für Arbeitnehmer
Kündigst du deinen Midijob selbst, gilt gesetzlich grundsätzlich eine Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Deine Betriebszugehörigkeit verlängert diese gesetzliche Grundfrist nicht automatisch.
Abweichungen können sich aus deinem Arbeitsvertrag oder einem anwendbaren Tarifvertrag ergeben. Prüfe deshalb immer, ob dort eine eigene Regelung zur Kündigungsfrist für Arbeitnehmer festgelegt wurde.
Kündigungsfrist im Midijob für Arbeitgeber
Kündigt dein Arbeitgeber, spielt deine Betriebszugehörigkeit eine zentrale Rolle. Nach längerer Beschäftigungsdauer verlängert sich die gesetzliche Kündigungsfrist stufenweise. Dadurch kann zwischen dem Zugang der Kündigung und deinem tatsächlichen Vertragsende deutlich mehr Zeit liegen.
- Unter 2 Jahren Betriebszugehörigkeit: Es gelten vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
- Ab 2 Jahren: Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Ende eines Kalendermonats.
- Ab 5 Jahren: Es gelten zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats.
- Ab 8 Jahren: Die Frist beträgt drei Monate zum Ende eines Kalendermonats.
- Ab 10 Jahren: Dein Arbeitgeber muss eine Kündigungsfrist von vier Monaten zum Monatsende einhalten.
- Ab 12 Jahren: Die gesetzliche Kündigungsfrist verlängert sich auf fünf Monate zum Monatsende.
- Ab 15 Jahren: Es gelten sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats.
- Ab 20 Jahren: Die längste gesetzliche Stufe beträgt sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.
Welche Kündigungsfrist gilt im Midijob während der Probezeit?
Ist eine Probezeit wirksam vereinbart und läuft sie noch, kann für deinen Midijob eine Kündigungsfrist von zwei Wochen gelten. Anders als bei der regulären Grundfrist ist das Vertragsende dabei nicht an den 15. oder das Monatsende gebunden.
Die verkürzte Frist nach § 622 Abs. 3 BGB wird höchstens während der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses berücksichtigt. Deshalb ist für die Berechnung wichtig, wann deine Probezeit tatsächlich endet.
Kann im Midijob eine andere Kündigungsfrist vereinbart werden?
In deinem Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag kann eine andere Kündigungsfrist geregelt sein. Deshalb ist die gesetzliche Frist nicht automatisch in jedem Midijob die endgültige Frist, die für deine Kündigung gilt.
Prüfe besonders Klauseln zu Kündigungsfrist, Kündigungstermin und Tarifbindung. Enthält dein Vertrag eine eigene Regelung, solltest du diese zusätzlich zur gesetzlichen Kündigungsfrist prüfen und nicht ausschließlich mit der Standardfrist rechnen.
Gilt für einen 500-Euro-Job dieselbe Kündigungsfrist wie für einen Midijob?
Die Kündigungsfrist hängt nicht allein davon ab, ob du einen Midijob, Minijob oder einen sogenannten 500-Euro-Job ausübst. Entscheidend sind die arbeitsrechtliche Grundlage, dein Vertrag, eine mögliche Probezeit und bei Arbeitgeberkündigungen deine Betriebszugehörigkeit.
Die Verdiensthöhe beeinflusst vor allem die sozialversicherungsrechtliche Einordnung der Beschäftigung. Für die Kündigungsfrist gelten dagegen grundsätzlich die allgemeinen arbeitsrechtlichen Regeln, sofern keine besondere Vereinbarung greift.
Was gilt bei einem befristeten Midijob?
Ist dein Midijob befristet, endet das Arbeitsverhältnis grundsätzlich mit dem vereinbarten Enddatum oder dem Eintritt des festgelegten Zwecks. Eine ordentliche Kündigung vor diesem Zeitpunkt ist nicht automatisch möglich.
Du kannst einen befristeten Midijob vorzeitig ordentlich kündigen, wenn dein Arbeitsvertrag oder ein anwendbarer Tarifvertrag diese Möglichkeit vorsieht. Fehlt eine solche Regelung, kann die normale Berechnung der Kündigungsfrist allein nicht bestimmen, wann das Arbeitsverhältnis endet.
Häufige Fragen unserer Leser
Rechtlicher Hinweis
Die Berechnung zeigt dir gesetzliche Standardfälle und ersetzt keine individuelle rechtliche Prüfung. Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Befristung, Sonderkündigungsschutz, Insolvenz, außerordentliche Kündigung oder andere Besonderheiten können zu einer abweichenden Kündigungsfrist oder einem anderen Vertragsende führen.
Prüfe deshalb immer deine Vertragsunterlagen. Bei Streit über den Kündigungszugang, die Wirksamkeit einer Kündigung oder besondere Schutzvorschriften solltest du fachkundige arbeitsrechtliche Beratung einholen.
