Kündigungsfrist midijob berechnen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Eine falsche Frist kann dazu führen, dass dein Arbeitsverhältnis länger läuft als geplant. Nutze zuerst den Rechner, um dein mögliches Vertragsende oder den spätesten Kündigungszugang zu bestimmen. Danach erfährst du, welche gesetzlichen Regeln für deinen Midijob gelten.

Was Sie hier finden:

Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob berechnen

Midijob-Kündigungsfrist Rechner

Für einen Midijob gibt es grundsätzlich keine eigene gesetzliche Kündigungsfrist. Berechnen Sie nach § 622 BGB das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Zugang Ihrer Kündigung.

Gut zu wissen: Die Höhe Ihres Midijob-Verdienstes verändert die gesetzliche Kündigungsfrist nicht. Entscheidend sind unter anderem, wer kündigt, die Betriebszugehörigkeit und eine eventuell noch laufende Probezeit.
1. Was möchten Sie berechnen?
2. Wer kündigt den Midijob?
3. Angaben zum Midijob

Daraus wird insbesondere bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber die Betriebszugehörigkeit ermittelt.

Entscheidend ist grundsätzlich der Zugang beim Empfänger, nicht das Datum auf dem Kündigungsschreiben.

Während einer vereinbarten Probezeit kann gesetzlich eine Zwei-Wochen-Frist gelten.

Bei befristeten Arbeitsverhältnissen gelten zusätzliche Regeln für eine ordentliche Kündigung.

Dieser Rechner berechnet die gesetzliche Standardfrist. Steht in Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag eine eigene Kündigungsfrist, kann das Ergebnis abweichen. Zum allgemeinen Kündigungsfrist-Rechner

Hinweis: Der Rechner bildet gesetzliche Standardfälle nach § 622 BGB ab. Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Befristung, Insolvenz, Sonderkündigungsschutz oder andere Besonderheiten können zu einem abweichenden Ergebnis führen.

So benutzen Sie den Midijob-Kündigungsfrist-Rechner

Mit dem Rechner kannst du entweder das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Zugang deiner Kündigung berechnen. So erkennst du schnell, welche Kündigungsfrist bei deinem Midijob gilt und welcher Kündigungstermin für deine Angaben relevant ist.

  1. Berechnungsart auswählen: Entscheide, ob du das frühestmögliche Vertragsende oder den spätesten Kündigungszugang berechnen möchtest.
  2. Kündigende Partei angeben: Wähle Arbeitnehmer/in oder Arbeitgeber/in. Die gesetzliche Kündigungsfrist kann davon abhängen, wer das Arbeitsverhältnis beendet.
  3. Beginn des Arbeitsverhältnisses eintragen: Gib das Startdatum deines Midijobs an. Besonders bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber ist die Betriebszugehörigkeit für die Berechnung wichtig.
  4. Zugangs- oder Enddatum auswählen: Trage je nach gewählter Berechnung ein, wann die Kündigung zugeht oder zu welchem Datum dein Arbeitsverhältnis enden soll.
  5. Probezeit prüfen: Gib an, ob eine Probezeit vereinbart wurde und wann sie endet. Während einer laufenden Probezeit kann eine kürzere Frist gelten.
  6. Befristung angeben: Ist dein Midijob befristet, musst du prüfen, ob eine ordentliche Kündigung laut Arbeits- oder Tarifvertrag überhaupt möglich ist.
  7. Ergebnis berechnen: Der Rechner zeigt dir die Kündigungsfrist, den maßgeblichen Kündigungstermin und das konkrete Vertragsende beziehungsweise den spätesten Zugang der Kündigung.

Wie lange ist die Kündigungsfrist bei einem Midijob?

Ein Midijob hat keine eigene gesetzliche Kündigungsfrist. Für Arbeitnehmer gilt nach § 622 Abs. 1 BGB grundsätzlich eine Frist von vier Wochen beziehungsweise 28 Tagen zum 15. oder zum Monatsende, sofern keine andere wirksame Regelung greift.

Kündigt der Arbeitgeber, kann sich die gesetzliche Kündigungsfrist bei einem Midijob mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern. Maßgeblich sind dann die Staffelungen des § 622 BGB sowie mögliche Regelungen im Arbeits- oder Tarifvertrag.

Gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob nach § 622 BGB

Für die gesetzliche Kündigungsfrist im Midijob gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie bei anderen Arbeitsverhältnissen. Entscheidend ist vor allem, wer kündigt und wie lange das Beschäftigungsverhältnis bereits besteht. Bei Arbeitgeberkündigungen verlängert sich die Frist mit zunehmender Betriebszugehörigkeit.

SituationGesetzliche KündigungsfristKündigungstermin
Arbeitnehmer/in außerhalb der Probezeit4 Wochenzum 15. oder Monatsende
Arbeitgeber/in unter 2 Jahren Betriebszugehörigkeit4 Wochenzum 15. oder Monatsende
Arbeitgeber/in ab 2 Jahren1 Monatzum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 5 Jahren2 Monatezum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 8 Jahren3 Monatezum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 10 Jahren4 Monatezum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 12 Jahren5 Monatezum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 15 Jahren6 Monatezum Monatsende
Arbeitgeber/in ab 20 Jahren7 Monatezum Monatsende

Midijob Kündigungsfrist für Arbeitnehmer

Kündigst du deinen Midijob selbst, gilt gesetzlich grundsätzlich eine Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Deine Betriebszugehörigkeit verlängert diese gesetzliche Grundfrist nicht automatisch.

Abweichungen können sich aus deinem Arbeitsvertrag oder einem anwendbaren Tarifvertrag ergeben. Prüfe deshalb immer, ob dort eine eigene Regelung zur Kündigungsfrist für Arbeitnehmer festgelegt wurde.

Kündigungsfrist im Midijob für Arbeitgeber

Kündigt dein Arbeitgeber, spielt deine Betriebszugehörigkeit eine zentrale Rolle. Nach längerer Beschäftigungsdauer verlängert sich die gesetzliche Kündigungsfrist stufenweise. Dadurch kann zwischen dem Zugang der Kündigung und deinem tatsächlichen Vertragsende deutlich mehr Zeit liegen.

  • Unter 2 Jahren Betriebszugehörigkeit: Es gelten vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
  • Ab 2 Jahren: Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Ende eines Kalendermonats.
  • Ab 5 Jahren: Es gelten zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats.
  • Ab 8 Jahren: Die Frist beträgt drei Monate zum Ende eines Kalendermonats.
  • Ab 10 Jahren: Dein Arbeitgeber muss eine Kündigungsfrist von vier Monaten zum Monatsende einhalten.
  • Ab 12 Jahren: Die gesetzliche Kündigungsfrist verlängert sich auf fünf Monate zum Monatsende.
  • Ab 15 Jahren: Es gelten sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats.
  • Ab 20 Jahren: Die längste gesetzliche Stufe beträgt sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Welche Kündigungsfrist gilt im Midijob während der Probezeit?

Ist eine Probezeit wirksam vereinbart und läuft sie noch, kann für deinen Midijob eine Kündigungsfrist von zwei Wochen gelten. Anders als bei der regulären Grundfrist ist das Vertragsende dabei nicht an den 15. oder das Monatsende gebunden.

Die verkürzte Frist nach § 622 Abs. 3 BGB wird höchstens während der ersten sechs Monate des Arbeitsverhältnisses berücksichtigt. Deshalb ist für die Berechnung wichtig, wann deine Probezeit tatsächlich endet.

Kann im Midijob eine andere Kündigungsfrist vereinbart werden?

In deinem Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag kann eine andere Kündigungsfrist geregelt sein. Deshalb ist die gesetzliche Frist nicht automatisch in jedem Midijob die endgültige Frist, die für deine Kündigung gilt.

Prüfe besonders Klauseln zu Kündigungsfrist, Kündigungstermin und Tarifbindung. Enthält dein Vertrag eine eigene Regelung, solltest du diese zusätzlich zur gesetzlichen Kündigungsfrist prüfen und nicht ausschließlich mit der Standardfrist rechnen.

Gilt für einen 500-Euro-Job dieselbe Kündigungsfrist wie für einen Midijob?

Die Kündigungsfrist hängt nicht allein davon ab, ob du einen Midijob, Minijob oder einen sogenannten 500-Euro-Job ausübst. Entscheidend sind die arbeitsrechtliche Grundlage, dein Vertrag, eine mögliche Probezeit und bei Arbeitgeberkündigungen deine Betriebszugehörigkeit.

Die Verdiensthöhe beeinflusst vor allem die sozialversicherungsrechtliche Einordnung der Beschäftigung. Für die Kündigungsfrist gelten dagegen grundsätzlich die allgemeinen arbeitsrechtlichen Regeln, sofern keine besondere Vereinbarung greift.

Was gilt bei einem befristeten Midijob?

Ist dein Midijob befristet, endet das Arbeitsverhältnis grundsätzlich mit dem vereinbarten Enddatum oder dem Eintritt des festgelegten Zwecks. Eine ordentliche Kündigung vor diesem Zeitpunkt ist nicht automatisch möglich.

Du kannst einen befristeten Midijob vorzeitig ordentlich kündigen, wenn dein Arbeitsvertrag oder ein anwendbarer Tarifvertrag diese Möglichkeit vorsieht. Fehlt eine solche Regelung, kann die normale Berechnung der Kündigungsfrist allein nicht bestimmen, wann das Arbeitsverhältnis endet.

Häufige Fragen unserer Leser

Muss eine Kündigung im Midijob schriftlich erfolgen?

Ja. Für die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses gilt grundsätzlich die Schriftform nach § 623 BGB. Eine Kündigung per E-Mail, WhatsApp oder SMS reicht daher in der Regel nicht aus.

Entscheidend ist außerdem, dass die schriftliche Kündigung dem Empfänger tatsächlich zugeht. Erst dann beginnt die Kündigungsfrist zu laufen.

Ab wann beginnt die Kündigungsfrist bei einem Midijob?

Die Kündigungsfrist beginnt grundsätzlich mit dem Zugang der Kündigung beim Empfänger. Das Datum auf dem Schreiben oder der Tag, an dem du den Brief absendest, ist dafür nicht maßgeblich.

Bei der Berechnung des Kündigungszugangs solltest du deshalb berücksichtigen, wann dein Arbeitgeber oder du selbst die Erklärung tatsächlich erhält.

Zählen Wochenenden und Feiertage zur Kündigungsfrist?

Ja. Wird die Midijob-Kündigungsfrist in Wochen angegeben, werden Kalendertage gezählt. Vier Wochen entsprechen daher 28 Tagen, auch wenn innerhalb dieser Zeit Wochenenden oder Feiertage liegen.

Wichtig ist, vier Wochen nicht mit einem Monat gleichzusetzen. Für den konkreten Kündigungstermin kann zusätzlich der 15. oder das Monatsende entscheidend sein.

Kann ich einen Midijob mit sofortiger Wirkung kündigen?

Eine sofortige Beendigung ist bei einer normalen ordentlichen Kündigung grundsätzlich nicht möglich. Dafür musst du die geltende Kündigungsfrist bei deinem Midijob einhalten.

Eine fristlose Kündigung kommt nur bei einem wichtigen Grund in Betracht. Ob die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich mit einem normalen Kündigungsfrist-Rechner nicht beurteilen.

Was passiert, wenn die Kündigung zu spät zugeht?

Geht deine Kündigung nach dem erforderlichen Termin zu, verschiebt sich das Vertragsende in der Regel auf den nächsten zulässigen Kündigungstermin. Bei einer gesetzlichen Kündigungsfrist im Midijob kann das beispielsweise der nächste 15. oder das nächste Monatsende sein.

Der Rechner hilft dir deshalb auch dabei, den spätesten Kündigungszugang für ein gewünschtes Vertragsende zu bestimmen.

Rechtlicher Hinweis

Die Berechnung zeigt dir gesetzliche Standardfälle und ersetzt keine individuelle rechtliche Prüfung. Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Befristung, Sonderkündigungsschutz, Insolvenz, außerordentliche Kündigung oder andere Besonderheiten können zu einer abweichenden Kündigungsfrist oder einem anderen Vertragsende führen.

Prüfe deshalb immer deine Vertragsunterlagen. Bei Streit über den Kündigungszugang, die Wirksamkeit einer Kündigung oder besondere Schutzvorschriften solltest du fachkundige arbeitsrechtliche Beratung einholen.

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